Inklusion 2026: Wenn der Arbeitgebermarkt ruft und Menschlichkeit zur Führungskompetenz wird

2026 wird kein Jahr der Versprechen, sondern der Entscheidungen

Während Unternehmen und Organisationen einerseits über Fachkräftemangel klagen, aber sich in anderen Branchen und Abteilungen der Arbeitsmarkt wieder in einen Arbeitgebermarkt wandelt, stehen Führungskräfte und HR-Verantwortliche vor einer zentralen Frage: wie führen wir in Zeiten, in denen nicht jede:r gebraucht wird – aber jede:r in seiner individuellen Einzigartigkeit wertgeschätzt gesehen werden sollte?

Inclusion 50plus & Quereinsteiger:innen – die übersehenen Potenziale

Gerade jetzt, wo Unternehmen wie zum Beispiel Nestlé angekündigt haben, bis 2027 insgesamt 16’000 Stellen abzubauen – insbesondere im administrativen Bereich – braucht es neue Wege im Umgang mit Menschen, deren berufliche Realität sich verändert.

Erfahrene Mitarbeiter:innen 50plus und Quereinsteiger:innen stehen oft an einem Wendepunkt. Viele von ihnen verfügen über wertvolles Wissen und Erfahrung sowie weitere persönliche Kompetenzen, die in der neuen Arbeitswelt dringend benötigt werden: Menschen, die vielleicht keine „perfekte“ Passung auf Papier haben, aber dafür Lebenskompetenz, Resilienz und Lernfähigkeit mitbringen. Doch anstatt sie in standardisierten Recruitingprozessen ausser Acht zu lassen (oder gar nicht zu sehen), braucht es nicht nur Instrumente, sondern den Mut, anders hinzuschauen.

Die Herausforderung liegt nicht nur im Wollen, sondern im Erkennen dieser Potenziale.

Von Hard Skills zu Human Skills – Matching neu gedacht

In einer Welt, die sich immer schneller wandelt, verlieren Hard Skills rasch an Halbwertszeit. Soft Skills – oder besser: Human Skills – werden zum entscheidenden Differenzierungsfaktor. Innovative Matching-Tools (beispielsweise Matchbased aus der Schweiz) zeigen, dass Menschen nicht nur über Lebensläufe, sondern über Haltungen, Werte und Kompetenzen verbunden werden können.

Wer heute nach funktionalen Kompetenzen (Hard Skills) rekrutiert, besetzt Stellen. Wer nach Menschen sucht, gestaltet Kultur.

Führung mit Haltung – jetzt erst recht

In Zeiten des Personalabbaus ist Führung mehr als Kommunikation. Sie ist Haltung. Echte Inklusion zeigt sich dann, wenn wir als Führungskräfte:

  • Menschen beim Übergang begleiten, statt sie loszulassen
  • interne Talente fördern, statt austauschen
  • Chancen eröffnen, statt Stellen streichen

Führung 2026 bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Dies nicht nur mit Blick auf Finanzkennzahlen, sondern auch durch aktive Pflege des Humankapitals und durch Berücksichtigung von vielfältigen, nicht-linearen Lebenswegen.

Out of the box – Ad Interim HR als Spielfeld für Wandel

Gerade HR-Leader:innen ad interim haben in dieser Zeit eine besondere Rolle. Sie können Brücken schlagen zwischen kurzfristigen Projekten und langfristigen Kulturveränderungen, sowie Pilotprojekte lancieren: inklusive Rekrutierung, Coachingprogramme für 50plus, Cross-Mentoring oder Diversity Labs. Diese Projekte verbinden strategische HR-Arbeit mit gelebtem Kulturwandel – ganz im Sinne von Swiss Diversity und IMPACT by AGON, wo Führung nicht im Titel beginnt, sondern im täglichen Handeln.

Was braucht es in der Führung im HR 2026?

Vielleicht braucht es keine neuen Tools, sondern eine neue Haltung:

  • Mehr Vertrauen, statt Kontrolle
  • Mehr Menschlichkeit, statt Perfektion
  • Mehr Mut, um Menschen zu befähigen sich neu zu erfinden und Bewerbungen mit vielfältigen Lebenswegen statt trotz ihnen zu sehen
  • Mehr ganzheitliches Denken, um Menschen nicht nach Linearität, sondern aufgrund ihrer individuellen Diversität zu bewerten

Inklusion ist weder ein HR-Trend noch ein HR-Projekt. Es ist eine Führungsqualität und eine Entscheidung.

Out of the box denken. Menschen stärken. Wandel möglich machen.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Alice Köhncke Valdes, Leiterin HR Operations & Projekte der Psychiatrischen Universitätsklinik des Kanton Zürich sowie Leiterin des Swiss Diversity Leaders Club und Beraterin bei IMPACT by AGON.

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